Europa ins Bewusstsein rücken - CDU-Europaparlementskandidat Burkhard Balz besuchte das ECHO

Wedemark (awi). Burkhard Balz ist 39 Jahre alt und Abteilungsdirektor einer großen Bank im Schaumburger Land. Doch der CDU-Politiker möchte sein Hobby zum Beruf machen: daher kandidiert er für das Europäische Parlament im Wahlkreis, der von seinem Wohnort Stadthagen im Schaumburger Land über die Landkreise Hameln-Pyrmont, Nienburg und Diepholz bis in die Region Hannover reicht. Gestern stellte sich Burkhard Balz in Begleitung von Editha Lorberg, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende, weiterer CDU-Mitglieder und MIT-Chef Dietmar Reddig in der ECHO-Redaktion vor. Es entspann sich eine interessante Diskussion rund um Europa.

"Am wichtigsten ist mir, dass die Menschen am 7. Juni überhaupt hingehen zur Europawahl", betonte Balz. Die Wahlbeteiligung habe beim letzten Mal bundesweit bei 40,1 Prozent gelegen. Das sei viel zu wenig. "Europa muss in die Köpfe der Menschen", so Balz. Er selbst habe seinen Schwerpunkt in der Finanzbranche. Daher habe ihn die CDU Niedersachsen auf die Liste gesetzt. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss sei der Ausschuss, der ihn am meisten interessiere. Doch dass das Thema Währung nicht das sei, was den Wähler vor Ort am meisten interessiere und direkt betreffe, kann Balz verstehen. Doch beim Thema Glühbirnen zum Beispiel sehe das anders aus: Hier sei es der Ansatz der europäischen Union, den Energiespargedanken zu verankern. Denn bisher sei es offensichtlich nicht gelungen, die Energiesparlampe in der EU durchzusetzen. "Dabei ist es auf jeden Fall sinnvoll, die alten Glühbirnen abzuschaffen", ist auch Balz Meinung.
Ein weiteres Thema, das seinen Ursprung in der EU habe, aber kommunal umgesetzt werde, sei die Umweltplakette. "Sie muss ja nicht unmittelbar mit einem Bußgeld geahndet werden, und sie muss auch nicht in jeder Stadt zwingend eingeführt werden. Aber manche Städte machen es und berufen sich auf die EU. Manchmal habe ich den Eindruck", so Burkhard Balz, "dass man mal klarstellen muss, wofür wird Brüssel verantwortlich gemacht und wofür ist es wirklich verantwortlich." Immerhin basierten zwei Drittel der Gesetze, die im Deutschen Bundestag beschlossen würden, auf Vorgaben der EU. "Ich kritisiere, dass wir hier in Deutschland alles sehr schnell umsetzen, statt mal gelassen zu bleiben und zu schauen, wie andere Länder es machen." Das gelte für die Umweltplakette ebenso wie beispielsweise für Vorgaben für das Fleischerhandwerk, die in Deutschland so manchen mittelständischen Betrieb gehörig unter Druck setze. Und auch die Liberalisierung des Strommarktes nennt Balz in diesem Atemzug.
"Als Partei knüpfen wir unsere Erwartungen an diesen Kandidaten, dass er sich basisorientiert verhält. Denn die Vernetzung zur Basis ist unheimlich wichtig. Wir hier vor Ort brauchen möglichst schnell Informationen aus Brüssel, um sie transparent vermitteln zu können", so die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Editha Lorberg.
Der Wunsch der Türkei, in die EU eintreten zu können, sei ein Beispiel, wo die CDU gänzlich anderer Meinung sei als die SPD, so Balz. Die CDU sehe aus diversen Gründen den Zeitpunkt für einen EU-Beitritt der Türkei als noch nicht reif an: "Das dauert noch mindestens eine Generation."

Verfasst am 28.02.2009 von Wedemark Echo

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