Europa-Abgeordneter informiert sich beim Landvolk Mittelweser

Olaf Miermeister (Geschäftsführer), Burkhard Balz MdEP, Tobias Göckeritz (Vorsitzender), Dr. Hans

Nienburg (sl). Bereits in diesem Jahr werden die Weichen für die Fortsetzung der gemeinsamen Agrarpolitik in Europa nach 2013 gestellt. Ein wesentlicher Diskussionspunkt unter den 27 Mitgliedsstaaten sind die Direktzahlungen an die Bauern, die in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich ausfallen. Burkhard Balz (CDU), heimischer Abgeordneter im Europaparlament, informierte sich aus diesem Grund beim Landvolk Mittelweser über die Situation der Landwirtschaft in der Region Nienburg-Diepholz. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, begrüßten die Verbandsvorsitzenden Dr. Hans-Christian Hanisch und Tobias Göckeritz sowie Geschäftsführer Olaf Miermeister den Abgeordneten im Grünen Zentrum Nienburg.
Nach der Vorstellung des Kreisverbandes, der mit über 5000 Mitgliedern der stärkste in Niedersachsen ist, ging Vorsitzender Tobias Göckeritz auf die Gewinnentwicklung der Betriebe ein: „Wenn wir unsere eigenen Buchführungsbetriebe zu Grunde legen, dann erzielen unsere Betriebe zwar zu über 90 Prozent Umsatz aus landwirtschaftlicher Produktion, der Gewinn der Unternehmen hängt aber zu ca. 70 Prozent von den Direktzahlungen der EU ab.“  Dr. Hanisch ergänzte: „Die Bauern drehen ein großes Rad, es bleibt aber viel zu wenig dabei hängen. Burkhard Balz stellte erstaunt fest, dass die Gewinne der Durchschnittbetriebe in den vergangenen 20 Jahren im Mittelwesergebiet trotz starker Schwankungen im Mittel aber nahezu auf konstantem Niveau gewesen sei. „Wenn man dagegen die gestiegenen Kosten in allen Bereichen des Lebens rechnet, ist das alarmierend“, erklärte Balz.
Vorsitzender Dr. Hanisch erläuterte die Leistungen, die von den Landwirten für die Allgemeinheit erbracht werden. Vom Deutschen Bauernverband wird dazu eine Kampagne „Arbeit mit Leidenschaft – die deutschen Bauern“ gestartet.
Ganz oben siedelte Hanisch die Sicherung der Nahrungsmittelproduktion an. „Das ist ein schützenwertes Gut, das einen genauso hohen Stellenwert erhalten müsse wie Wasser und Boden“, betonte Hanisch. Als weitere Leistungen der Landwirtschaft führte er die Produktion nach hohen Produktionsstandards, die Lebensmittelsicherheit, den Erhalt der Kulturlandschaft und der Infrastruktur im ländlichen Raum an. „Wenn qualitativ hochwertige Nahrung und abwechslungsreiche Landschaften erhalten beleiben sollen, dann ist das nur mit den Direktzahlungen auf dem jetzigen Niveau zu schaffen“, betonten die Vertreter des Landvolks Mittelweser. Deshalb sind sie auch für eine starke erste Säule, die direkt den Bauernfamilien zu Gute kommt.
Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise habe gezeigt, wie eng der Agrarbereich mit dem globalen Markt verwoben ist. „Dafür brauchen wir Sicherheitsnetze, um den Ausfall abzupuffern“, betonte Dr. Hanisch. Dem Gast aus Brüssel gab er noch mit auf den Weg, dass eine EU-Bodenschutzrichtlinie überflüssig sei, da Boden unmittelbar in die nationale Zuständigkeit falle und nur zusätzliche Bürokratie nach sich ziehe. Mehr Sinn sah er in einer einheitlichen EU-Tierschutzverordnung, um die Standards in den Ländern anzugleichen.
Burkhard Balz versicherte, dass seine EVP-Fraktion den Forderungen des Verbandes offen und positiv gegenüber stehe. Es gebe erste positive Signale für die umfangreiche Sicherung der deutschen Direktzahlungen.

 

Verfasst am 07.04.2010 von Landvolk Mittelweser

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