Erster Neujahrsempfang der CDU - Große Politik war Thema im Bürgerhaus Bissendorf

Bissendorf (awi). Sonst wird im Ratssaal im Bissendorfer Bürgerhaus "kleine" Politik diskutiert, wo es um kommunale Themen geht. Beim ersten Neujahrsempfang der Wedemärker CDU am Dienstagabend bekamen die Gäste allerdings "große" Politik zu hören. Denn Festredner David McAllister als Chef der CDU im Niedersächsischen Landtag ging zwar mit einigen Sätzen auf die lokale Schulpolitik in der Wedemark ein, widmete sich aber ansonsten erwartungsgemäß überregionalen Themen.

Zunächst jedoch begrüßte die Wedemärker Gemeindeverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Editha Lorberg die Gäste, zu denen neben David McAllister auch Europaparlamentskandidat Burkhard Balz aus Stadthagen und Budestagskandidat Sebastian Lechner aus Neustadt sowie Ex-Bürgermeister Wilfried Willers, der "Bürgermeister der Herzen", wie es Lorberg formulierte, gehörten. Lechner gehöre zu den politischen Talenten, an denen man nicht vorübergehen dürfe, fand Lorberg herzliche Worte für den jungen Kandidaten, der Monika Brüning im Deutschen Bundestag ablösen soll. Auch die Kandidaten selbst bekamen kurz Gelegenheit, sich vorzustellen. Burkhard Balz führte aus, dass ihm der Mittelstand besonders am Herzen läge und mochte nicht verhehlen, dass das Jahr 2009 kein Zuckerschlecken werde. "Wir stehen vor großen Herausforderungen", so Balz. Er werde sich für offene Debatten einsetzen und dafür, auch in Zeiten des Wahlkampfes keine einfachen Lösungen akzeptieren. Ein europäischer Konsens werde immer ein schwieriges Unterfangen sein, der europäische Prozess sei langwierig und voller Hürden, aber an Europa führe nun mal kein Weg vorbei. Bundestagskandidat Sebastian Lechner freute sich auf der ersten CDU-Veranstaltung zu sein, bei der mit 'The Treasons' eine Rockband spiele. Er betonte seinen Einsatz für die Verständigung der Generationen.
Dann gehörte die Bühne David McAllister, und der wusste sie zu nutzen, indem er sich einmal mehr als brillianter Rhetoriker präsentierte. Er stieg mit dem Wahlergebnis in Hessen ein, das er als "schlappen Auftakt für die Bundes-SPD" wertete, streifte die "auslaufende große Koalition in Berlin", indem er der CDU auf Bundesebene empfahl, mehr Profilschärfe zu zeigen und bescheinigte, dass "das Maß an Gemeinsamkeiten weitestgehend erschöpft" sei. "Aber es ist nun mal so, dass eine große Koalition Große kleiner und Kleine größer macht", konstatierte McAllister. Auf das Finanzmarktstabilisierungsgesetz ging er ebenso ein wie auf das Konjunkturpaket II des Bundes, und er warnte "vor Politikern, die ganz genau wissen, was zu tun ist." Keiner habe die Lösung in der Tasche. Die Politik könne die Folgen der Krise nicht abwenden, nur versuchen, sie abzumildern.
Bezüglich der aktuellen Schuldiskussion in der Wedemark riet McAllister den Mehrheitsbeschluss zur Einrichtung der IGS zu akzeptieren. Editha Lorberg bestätigte das und erklärte dazu: "Ich habe nicht versucht, die IGS zu verhindern, sie aber auch nicht forciert, weil ich zuviel Angst habe, dass die Qualität der anderen darunter leidet."

Verfasst am 24.01.2009 von Wedemark ECHO

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