Balz schafft Sprung in EU-Parlament

Auf Tuchfühlung mit Europa: Der frischgebackene EU-Parlamentarier Burkhard Balz gestern Mittag vor dem Stadthäger Rathaus.Kreis Schaumburg (ssr). Die Hängepartie in der Nacht der Europawahl hat für den Stadthäger CDU-Politiker Burkhard Balz (39) ein positives Ende gehabt: Er rückt ins EU-Parlament ein. Damit ist dort erstmals ein Schaumburger vertreten.

Erst gegen 1.30 Uhr in der Nacht zum Montag war sicher, dass die Nominierung auf Platz vier der CDU-Landesliste gereicht hatte. Zu diesem Zeitpunkt war Balz bereits aus der hannoverschen CDU-Parteizentrale wieder nach Stadthagen zurückgekehrt. Nach Eingang der Nachricht habe er nächtens allerdings kein Gläschen Sekt mehr geöffnet, berichtete er gestern: „Natürlich war die Freude groß, aber ich war am Ende eines langen Wahlkampfes wirklich hundemüde“.

Zudem hatte „der Spannungsbogen schon im Verlauf des Wahlabends abgenommen“, erzählte Balz. Immer mehr Indizien in dem komplizierten bundesweiten Berechnungssystem der CDU-Landeslisten hätten nach und nach auf seinen Erfolg hingedeutet. Schon nach den ersten Hochrechnungen sei ihm klar gewesen: „Die CDU in Niedersachsen hätte schon total abschmieren müssen, damit es für mich nich reicht.“ Aber sicher könne man sich immer erst am Ende sein, fügte er hinzu.

Balz sieht sich durch seine Wahl in seinem europapolitischen Engagement mit starkem wirtschaftlichen Bezug bestätigt: „Eine starke europäische Wirtschaft ist unsere einzige Chance, im Rennen mit anderen großen Wirtschaftsräumen dieser Welt mitzuhalten.“ Der Stadthäger will sich verstärkt für regionale Interessen einsetzen: „Als EU-Parlamentarier will ich um Entscheidungen ringen, die wichtig für unsere Region sind. Ich will zudem Europa bei uns zu Hause fest verankern und dafür sorgen, dass sich die Menschen für europäische Politik interessieren“, versprach er.

Politisch tragisch endete die Wahlnacht hingegen für die langjährige SPD-Europaparlamentarierin Erika Mann (Northeim), die in Straßburg den Landkreis Schaumburg stets mitvertreten hat. Mann hatte auf Platz 24 der SPD-Wahlliste gestanden, zum Zuge kamen aber nur die ersten 23 Plätze. Hätte die SPD bundesweit nur 0,3 Prozentpunkte mehr erzielt, hätte es für Mann gereicht. Noch bis weit in den Wahlabend hinein hatte sie aufgrund der Hochrechnungen mit ihrem Verbleiben im EU-Parlament gerechnet. Am Ende zeigte sie sich daher umso mehr „äußerst enttäuscht“.

Foto: Schaumburger Nachrichten, Roger Grabowski

Verfasst am 08.06.2009 von Schaumburger Nachrichten, ssr

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